• Hochzeit und Heiraten in Österreich




    Eine Boygroup stellt sich vor. Die à Capella Gruppe Flo‘s Bros werden in ganz Österreich vor allem für kirchliche Trauungen gerne gebucht.



    Geschmäcker sind verschieden. Ob Blasmusik oder rockige
    Rhythmen - jedes Brautpaar hat andere Vorstellungen
    von ihrer musikalischen Untermalung bei der Hochzeit.
    Hochzeitsbands - auf der Suche nach der richtigen Musik

    Wie organisieren Brautpaare die musikalische Untermalung bei ihrer Hochzeit? Band oder DJ? Pianobegleitung oder Harfe? Oder vielleicht eine eigene Boygroup für die Kirche? Egal - wichtig ist, dass die Stimmung passt und die Gäste und das Brautpaar ihren Spaß haben.

    VON DORIS SEEBACHER

    Manche wollen Tanzmusik mit lustigen Spielchen, andere wiederum mit heißen Discorhythmen die Nacht zum Tag machen. Einige wollen aber auch gar keine Musik und wenn doch, dann maximal leises Klaviergeklimper oder Harfenklänge dezent im Hintergrund.

    Ein DJ sorgtfür
    heiße Rhythmen

    Lisi hat sich für ihre Hochzeit einen Discjockey organisiert. Warum? „Weil wir beide, mein Mann und ich, keine besonders begeisterten Tänzer sind“, so die ehemalige Braut. „Für ein paar ‚Standardtänze‘ haben wir gemeinsam mit dem DJ vor dem Fest einige tanzbare Lieder ausgesucht“, erklärt Lisi, und damit kamen dann auch die Eltern und die älteren Verwandten auf ihre Kosten. Der Großteil des Abends verlief jedoch wie in einer großen Freilichtdisco. Bis in die frühen Morgenstunden wurde auf der Terrasse zu Musik von ABBA, AC/DC und den Rolling Stones getanzt. Der Vorteil eines DJs? „Jeder konnte sich die Musik wünschen, die er wollte“, erzählt Lisi über einen gelungenen Abend mit vielen tanzwütigen jungen Gästen. Susi wollte für ihre Hochzeit einfach nur eine angenehme Hintergrundmusik - ohne Tanz und ohne Spielchen. Dafür wurde eine Saxophonistin und ein Pianist gebucht. Auch sie nennt als vorrangigen Grund dafür einen Bräutigam, der nicht tanzen mag. „Außerdem hat unsere Feier bereits um 16 Uhr angefangen und da wollten wir einfach nur eine angenehme Berieselung im Hintergrund“, so Susi.

    Eine Band, die
    Stimmung macht

    Viele entscheiden sich vor allem bei der Tafel dann doch für eine Band, die am Abend nicht nur mit Musik, sondern auch mit lustigen Showeinlagen und Spielen für Unterhaltung sorgt. Besonders beliebt sind dafür beispielsweise die Band „Die Feistritztaler“ aus dem Niederösterreichischem Wechselland. „Wir haben uns für sie entschieden, weil wir sie bereits von verschiedenen Festen in unserer Umgebung kannten“, erklärt Patricia
    ihre Wahl. „Uns war dabei wichtig, dass ihre Musik mehrerer Leute anspricht und dass die Band neben runden Tänzen auch modernere Sachen wie beispielsweise das Fliegerlied spielen können“, so die Braut. Auch Annemarie hatte bei ihrer Hochzeit eine Musikkgruppe. „Eine Band kann sich an die Stimmung der Gäste anpassen und auch Liederwünsche aufnehmen“, so der Grund für diese Entscheidung. Für die Kirche hatten sich Annemarie und ihr Mann für ein Streichquartett entschieden.

    Ein Liedchen für den Liebsten
    -
    trotz großem Lampenfieber

    Etwas besonders Rührendes für das Standesamt hat sich Klara überlegt. Sie wird ihrem Zukünftigen ein Lied singen. Klingt zwar im ersten Moment nicht außergewöhnlich, ist es aber, wenn man Klaras Angst vor dem Rampenlicht und ihre nicht ganz so perfekte Singstimme kennt. „Ich hasse es, vor vielen Leuten zu reden oder zu singen, da wird mir sofort heiß und ich beginne zu schwitzen“, fürchtet sich Klara jetzt schon vor dem großen Auftritt. Sowohl mit dem Standesbeamten als auch mit dem Klavierspieler ist vereinbart, dass an einem bestimmten Punkt der Trauung der Pianist den Hocker räumt und ihr Bruder am Klavier Platz nehmen wird. „Und ich nehme seit Wochen Gesangsunterricht, um meinem Schatz anstatt eines Gelübdes das Lied ‚Das Beste‘ von Silbermond vorzusingen“, so Klara. „Da mein Bruder in Australien lebt, ist das gemeinsame Proben echt kompliziert. Er hat ein File mit seinem Klavierspiel aufgenommen, das ich zuhause auf meinem Computer abspielen und dazu singe.“

    Eine „Boygroup“
    für die Kirche

    Heuleffekte garantiert. „Ja, sogar erwünscht“, so Hannes Leitner von der à Capella Band Flo‘s Bros. Vor drei Jahren begannen die vier Jungs aus dem Raum Wien, ohne Instrumente Musik zu machen. Mit ihren romantischen Liedern werden sie vor allem für kirchliche Trauungen gerne gebucht, aber auch für die anschließende Agape. Über 40 Songs haben sie bereits in ihrem Repertoire. „Am meisten gewünscht werden ‚Oh happy day‘, ‚Caravan of Love‘ oder ‚True Colours‘, erzählt Hannes. Auf ihrem Programm stehen vornehmlich eigene Arrangements von Pop-Klassikern der letzten drei Jahrzehnte. Und wenn bei ihren Auftritten niemand heult? „Dann sind wir fast enttäuscht“, scherzt Hannes.
    Prinzessinnen für einen Tag - das Hochzeitskleid

    Ob kurz oder lang, reinweiß oder knallrot? Ob mit Schleppe oder ohne? Der Phantasie beim Brautkleid ist keine Grenze gesetzt. Eines ist jedoch ganz wichtig: Es soll die Braut am schönsten Tag in ihrem Leben zu einer richtigen Prinzessin machen. Ja-wir-wollen hat sich umgehört, welche Möglichkeiten es gibt und wo man das eine oder andere Schnäppchen ergattern kann.

     

    Hochzeit Hochzeitskleid
    Modeschau nur für den Mann: Nicht nur der Braut sollte das Hochzeitskleid gefallen. Auch für den Bräutigam sollte seine
    Liebste an diesem besonderen Tag ein ganz besonders „leckerer“ Anblick sein.
    foto by doris seebacher

     

     

    verheiratete Frauen stellen ihr einmal getragenes Kleid bereits am Tag nach ihrer Hochzeit zum Verkauf ins Netz. Und mit ein paar Stichen und ein bisschen Kreativität einer Maßschneiderin wird aus einem betreits getragenem Kleid ein vollkommen neues. Viele Maßschneidereien bieten diese Dienste bereits an und nehmen „alte“ Brautkleider, die nur darauf warten, umgeändert und neu angepasst zu werden, in Kommission.

    Ein Kleid, das 10 mal
    mehr gekostet hätte

    Kassandra aus Wien hat es besonders schlau gemacht, denn sie hat ihr Kleid in China bestellt. „Innerhalb von vier Stunden hatte ich mir fünf wundervolle Kleider im Internet ausgesucht“, erzählt die junge Braut. „Ich war entzückt über die große Auswahl und die schönen Modelle“. Letztendlich entschied sie sich für ein schulterfreies, A-förmiges, Kleid in elfenbein mit einem Spitzenbolero drüber, der hinten in eine lange Schleppe übergeht. „Ich fuhr zu meiner Schneiderin und ließ mich vermessen. Da ich Angst vor Fressattacken hatte, bat ich sie ein paar Zentimeter Luft dazuzugeben.“ Ein Fehler, wie sich später herausstellte.
    Nach drei Wochen kam das Paket. „Das Kleid war wunderschön“, so die zukünftige Braut. „Es sah aus wie auf dem Foto, nur leider sah ich nicht mehr aus wie das Model.“ Denn in der Zwischenzeit hatte Kassandra durch den ganzen Vorbereitungsstress einige Kilos abgenommen. Nach dem ersten Schreck fuhr sie dann einfach zu ihrer Schneiderin und ließ sich das Kleid enger nähen. Kosten gesamt: 250 Euro für das Kleid, 50 Euro für den Zoll und 50 Euro für die Schneiderin. „Ich habe das gleiche Kleid in der Zwischenzeit in einer Boutique im 1. Bezirk entdeckt und festgestellt, dass es dort 3.600 Euro kostet“, freut sich Kassandra und investiert das gesparte Geld nun lieber in ein „Trash-the-Dress-Shooting“ nach ihrer Hochzeit.

    Ab 1000 Euro
    maßgeschneidert

    Dass ein Kleid zu groß oder zu klein ist kann bei der Kleidermacherin Sibylle Tschürtz aus Eisenstadt gar nicht erst passieren. Denn sie näht die bestellten Brautkleider erst kurz vor der Hochzeit komplett fertig.
    „Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Bräute kurz davor noch massive Gewichtsschwankungen durchmachen“, so die Schneiderin. „Viele verlieren auf Grund von Stress und Nervosität gerade kurz vor der Hochzeit noch zwei, drei Kilos. Oder sie werden in der Zwischenzeit schwanger“, erzählt Sibylle aus langjähriger Erfahrung. Maßgeschneiderte Kleider gibt es in ihrer Schneiderei „Couture by Billy“ bereits ab 1000 Euro. Die Renner für das heurige Jahr: „Entweder knallrot oder reinweiß mit Spitzen“, so die junge Modemacherin, die mit ihren Kleidern schon einige Couturepreise gewonnen hat.
    Einen weiterern Vorteil von maßgeschneiderten Hochzeitskleidern: „Sie können auf Wunsch der Braut nach der Hochzeit auf ein kurzes Kleid umgeändert und auch umgefärbt werden, so dass man es auch zu anderen Anlässen weiterhin tragen kann“, erklärt Sibylle.

    VON DORIS SEEBACHER

    Die Suche nach dem perfekten Hochzeitskleid gehört für die meisten Bräute zu der größten Herausforderung ihres Lebens. Aber wo gibt es dieses eine, perfekte, einzigartige Kleid? Soll man es im nächsten Brautmodengeschäft kaufen und damit das Risiko eingehen, das gleiche Kleid wie die Braut am Standesamt davor zu tragen? (Ist tatsächlich schon vorgekommen.)
    Oder lieber horrende Summen dafür ausgeben, um ein einzigartiges Designerstück zu ergattern?
    Die meisten Frauen kaufen ihr Kleid trotzdem in traditionellen Brautmodengeschäften, wo die Auswahl und das Angebot am größten und auch für jeden Geldbeutel etwas dabei ist.

    „Wer macht mich
    besonders schön?“

    Iwona, die heuer im August ihre Jugendliebe Jörg heiraten wird, weiß ein Lied davon zu singen. Sie hat bereits viele Stunden für Recherchezwecke im Internet verbracht. „Was für mich persönlich ganz wichtig ist, ist, dass man sich zur Hochzeit besonders  schön fühlt“, so die gesundheitsbewusste 25jährige. „Ich schaue gerade, wo es für mich Möglichkeiten gibt, zu trainieren und achte auf gesunde Ernährung, damit vor allem Haut und

     

    Haare schön sind“.  Dabei stellt sie sich Fragen wie: „Welche Möglichkeiten gibt es, wenn man nicht ins Fitnessstudio gehen will? Woher bekomme ich einen Personal Trainer? Gibt es Yogalehrer, die zu einem nachhause kommen? Entscheide ich mich für künstliche oder für schön manikürte Fingernägel?“

    Auf eBay ersteigern
    und viel Geld sparen

    Eine relativ kostengünstige Möglichkeit, sein Traumkleid zu finden, ist jedoch das Internet. Egal ob eBay oder in Kleinanzeigen für Secondhand-Mode - viele bereits

    Hochzeit Hochzeitskleid Ein Traum in rot. Die Modemacherin Sibylle Tschürtz aus Eisenstadt präsentierte bei der 10-Jahre-Women-Show ein wunderschönes Brautkleid in rot. Die Trends im heurigen Jahr: „Knallrot oder reinweiß mit Spitzen“, so die gelernte Maßschneiderin.
    foto by doris seebacher
     
      Hochzeitskleid-Brautschuhe Passender Schuh. Zum richtigen Kleid gehören auch die passenden Schuhe. Diese Kollektion, erhältlich mit verschiedenen Absätzen, kann auf Wunsch in alle Farben umgefärbt werden.
    foto by doris seebacher 
    Hochzeit-Polterabende
    „Game over“ - diesen oder ähnliche Sprüche wie „Highway to hell“, oder „Last night in freedom“ sieht man am Polterabend oft auf T-Shirts von zukünftigen Brautleuten zu lesen.
    foto by doris seebacher
      Trinken bis der Arzt kommt

    Ursprünglich wurde am Polterabend viel Porzellan zerbrochen, denn Scherben bringen ja bekanntlich Glück. Heutzutage sind Polterabende vor allem eines: ein Vorwand für zukünftige Eheleute, um noch einmal so richtig mit den besten Freunden „einen draufzumachen“ - mit lustigen Spielchen und ganz viel Alkohol.

    VON DORIS SEEBACHER

    Ob peinliche Verkleidungen oder Spendensammeln mit lustigen Aktionen - eines haben Polterabende immer gemeinsam: Alkoholkonsum bis zum Abwinken. Vor allem junge Paare lassen sich den Spaß nicht entgehen, den Abschied vom Junggesellendasein so feuchtfröhlich wie nur möglich zu feiern.

    „Borat-Anzug“ und
    schwere Eisenkugel

    Mit einem verschmitzen Grinsen denkt Anton an seinen Polterabend zurück, den sein Trauzeuge für ihn organisiert hatte. Abgeholt wurde er bereits am frühen Nachmittag mit einem eigens geschmückten Traktor. Nach dem ersten Schnapserl musste er sich in einen knappen „Borat-Schwimmanzug“ hineinzwängen. So verkleidet fuhr der Traktor samt Anhänger und 14 sauffreudigen Jungs durch die Ortschaft bis hinauf auf eine Berghütte am Schneeberg, wo dann bis in die Morgenstunden am Lagerfeuer gefeiert wurde. „Ich wollte nicht einfach durch irgendwelche Lokale ziehen, wo es laut ist und man sich irgendwann aus den Augen verliert“, erklärt Anton seine Entscheidung für eine urige Berghütte.
    Aber nicht nur den „Borat-Anzug“ musste Anton den ganzen Abend tragen. Auch eine Kette mit einer 15 Kilogramm schweren Eisenkugel wurde an sein Bein gekettet - als Vorgeschmack auf das „Gefängnis Ehe“. Seine zukunftige Braut Patricia hatte es ein bisschen einfacher. Sie musste sich „nur“ als Krankenschwester verkleiden und dabei „Penis- und Busenkekse“, die ihre Freundinnen für sie gebacken hatten, verkaufen.

    Mit Damenbinde am Hirn
    Kondome verkaufen

    Jutta hat in Gmunden mit ihren Freundinnen gepoltert. „Ich musste verkleidet in einem Dirndlkleid mit Gummistiefel, Perücke und Kopftuch durch die Straßen ziehen“, erinnert sie sich. Am peinlichsten für sie war dabei eine Damenbinde, die ihr die Mädels auf die Stirn klebten. „Das sah ziemlich grauslich aus“, schmunzelt Jutta im nachhinein. So verkleidet musste sie Schnaps, Kondome und OBs verkaufen. Der Reinerlös wurde natürlich gleich an Ort und Stelle in Alkohol umgesetzt.
    Zeitgleich feierte ihr zukünftiger Ehemann Peter in Linz Abschied von seinem Junggesellendasein. Auch er wurde von seinen Freunden „verkleidet“ - mit weißen Tennissocken, neonfärbigen Flipflops und kurzer Hawaihose. Aber das war noch nicht alles: Obendrein gipsten ihm seine Kameraden nämlich auch noch die rechte Hand ein -

     

    praktisch gleich in Trinkerpose und mit „eingebautem“ Bierkrug. Angebunden an die Pestsäule am Hauptplatz musste er dann für vorbeikommende Passanten ein paar Liedchen trällern.

    Stripperin für Bräutigam
    und Männer, die sich fürchten

    Einen Polterabend, der beinahe die Hochzeit verhindert hätte, hatten Brigitte und Klaus. Gemeinsam luden sie zu einem großen Grillfest mit Freunden, Verwandten und Arbeitskollegen ein. Der Abend verlief feuchtfröhlich und ausgelassen, bis um Mitternacht als Überraschung für Klaus eine Stripperin ihren Auftritt hatte. Klaus fand es toll, und auch die Gäste hatten ihren Spaß. Nicht so toll jedoch fand es Brigitte und die „Vorstellung“ wurde abgebrochen. Verheiratet sind sie heute trotzdem noch glücklich.
    Martin aus dem Salzkammergut hat sich vor seinem Polterabend regelrecht gedrückt, weil er dieses zwanghafte saufen überhaupt nicht mag. Ein beliebter Brauch aus seiner Heimat Bad Ischl ist das sogenannte „Kreuzigen“. „Der Bräutigam wird dabei an ein Kreuz gebunden und bekommt permanent Alkohol eingeflößt“, erzählt Martin. Er habe dabei auch schon von Saufgelagen bis zur Bewusstlosigkeit und sogar von Todesfällen gehört, weil es die Polterrunde mit dem Alkohol übertrieben hätte.
    Geheiratet hat Martin trotzdem - auch ohne Polterabend. Und den Brummschädel am Tag danach hat er sich auch erspart.


    Hochzeit-Polterabende
    Peinliche Verkleidungen für den Bräutigam gehören zu jedem Polterabend.
    foto by doris seebacher 

    Hochzeit
    Passen die Schuhe auch zur Unterwäsche? Nein? Egal. Aber zumindest mit dem Brautstrauß sollten sie harmonieren. Die richtigen Schuhe zu finden ist oft noch schwieriger als die Wahl des Brautkleides. Denn immerhin sind viele Bräute an ihrem schönsten Tag des Lebens  fast 24 Stunden auf den Beinen.
    foto by doris seebacher
      Die Arbeit der jungen Bräute

    Früher reichte es, sich vor der Hochzeit um den Termin, die Location und um das Brautkleid zu kümmern. Heute wollen die jungen Bräute jedoch mehr und mit Liebe zum Detail viele Dinge selber basteln und organisieren. „Ja-wir-wollen“ sprach mit zwei Frauen, die gerade mitten in den  Hochzeitsvorbereitungen stecken, und mit einer, die alles schon erfolgreich hinter sich gebracht hat. 

    VON DORIS SEEBACHER

    Kirche,  Standesamt und Gasthaus sind reserviert, das Brautkleid ausgesucht und die Gästeliste erstellt - das Wichtigste ist somit erledigt - möchte man meinen. Doch für viele zukünftige Bräute beginnt erst jetzt die richtige Arbeit bzw. der Stress. 

    „Wer macht mich
    besonders schön?“

    Iwona, die heuer im August ihre Jugendliebe Jörg heiraten wird, weiß ein Lied davon zu singen. Sie hat bereits viele Stunden für Recherchezwecke im Internet verbracht. „Was für mich persönlich ganz wichtig ist, ist, dass man sich zur Hochzeit besonders  schön fühlt“, so die gesundheitsbewusste 25jährige. „Ich schaue gerade, wo es für mich Möglichkeiten gibt, zu trainieren und achte auf gesunde Ernährung, damit vor allem Haut und Haare schön sind“.  Dabei stellt sie sich Fragen wie: „Welche Möglichkeiten gibt es, wenn man nicht ins Fitnessstudio gehen will? Woher bekomme ich einen Personal Trainer? Gibt es Yogalehrer, die zu einem nachhause kommen? Entscheide ich mich für künstliche oder für schön manikürte Fingernägel?“

    Hochzeit in Jeansoutfit
    und  ganz persönliche Lieder 

    Constanze plant gerade ihre Hochzeit mit Markus am Mondsee. Dabei gestaltete sich bereits die Suche nach einer geeigneten Location für 130 Gäste als schwierig. „Ein Festsaal in Kirchennähe in dieser Größe zu finden, der noch dazu Charme haben sollte, war nicht so einfach“, so die zukünftige Braut. Und dann kommen noch sehr viele Zusatzwünsche dazu, die aus ihrer Hochzeit etwas ganz Besonderes machen sollen. So haben die beiden bereits bei den Hochzeitseinladungen kundgetan, dass sie von jedem Gast gerne einen Musikwunsch genannt hätten, samt Begründung, warum gerade diesen. „Alle Lieder werden dann im Laufe des Abends bei der Feier gespielt und  vom DJ kommentiert“, freut sich

     

    Constanze, die bereits vorab zwei rührende Begründungen zu Liedern  heimlich lesen durfte. 
    Ein weiterer Wunsch von Constanze, die als Kind am liebsten in Jeans und  Sneakers herumlief, war - eine „Jeanshochzeit“. Doch wie eine „Traumhochzeit in weiß“ und eine „Jeanshochzeit“ unter einen Hut bringen? Die Lösung war bald gefunden. Von ihrer Hochzeitsfotografin wird dafür eine eigene Fotokabine mit Hintergrund gebastelt, wo die Gäste davor in lustigen Jeansoutfits und Assessoires aus Pappe posieren werden. Damit werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Nämlich die Verwirklichung des Hochzeitstags in Jeans sowie originelle, lustige Fotos von allen Gästen.  

    Sauteurer Blumenschmuck
    und Brautjungfern, die streiten

    Und auch Patricia hat einiges zu erzählen über die Zeit vor ihrem großen Tag. Die Planung dafür begann bereits mehr als ein Jahr vorher.  Der Großteil ging problemlos über die Runden - geärgert hat sie sich über den Blumenschmuck. „Das Geschäft meiner Wahl hat mir erst eine Woche vor der Hochzeit einen Kostenvoranschlag geschickt“, so Patricia. Und bei dem hat sie fast der Schlag getroffen. „3500 Euro. Einkalkuliert hatten wir etwa 1500 Euro“.  Zum Glück sprang in letzter Minute noch eine Freundin ein, die aushalf, den Blumenschmuck doch noch günstiger zu gestalten. 
    Stress gab es auch mit den Brautjungfern. Obwohl sich ihre drei besten Freundinnen freiwillig angeboten hatten, diesen „Job“ zu übernehmen, gab es  dann massive Streitereien. „Die eine wollte ein Kleid mit Träger, die andere ein kurzes Kleid, die Dritte fand sich zu dick“, beschreibt Patricia die Situationen beim Kauf der „Einheitstracht“. „Es war ein Horror. Ich war so verzweifelt, dass ich zum Schluss schon überlegt habe,  auf die Brautjungfern zu verzichten“.
    Heute kann Patricia darüber lachen  und sich entspannt zurücklehnen, denn ihre Hochzeit hat bereits stattgefunden und es ist alles gut gegangen. 

      Hochzeit Beim Bräutigam waren sich die Brautjungfern einig - beim einheitlichen Kleid anfangs nicht so ganz.
    foto by doris seebacher 
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